Wachstum oder radikale Wende?

Die diesjährige Sommerakademie der Grünen Bildungswerkstatt in Zusammenarbeit mit der Grünen Wirtschaft und der Green European Foundation setzte sich mit der Frage „Wachstum oder radikale Wende?“ auseinander.

Zum ersten mal waren auch einige AktivistInnen der Jungen Grünen dabei, die aus Vorarlberg, Burgenland und Niederösterreich angereist sind. Den Anfang der Sommerakademie präsentierte Elmar Altvater, seines Zeichens Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von ATTAC Deutschland, welcher sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Wirtschaftssysteme auseinandersetzt.

Eine theoretische Analyse brachte uns der Vortrag „ Jenseits von Wachstum – Ökonomie neu denken!“ von Niko Paech, Vertreter des Lehrstuhls für Produktion und Umwelt (PUM) an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg, Deutschland.

Einen intellektuellen Austausch zwischen den TeilnehmerInnen bot der Programmpunkt „Weltcafé“.

Am Freitag Abend erwartete die TeilnehmerInnen ein Konzert der burgenlandkroatischen Band „Bruji“ und der slowenischen Band „Balis“.

Eine Zusammenfassung der mitgenommenen Eindrücke:

Wachstum in der Form, wie wir ihn heute erleben, bringt den Wohlhabenden dieser Erde nur einen kleinen Zuwachs an materieller Bereicherung, aber einen dafür umso höheren CO2-Ausstoß. Die arme Weltbevölkerung erlebt nur die Schattenseiten des westlichen Kapitalismus. Um uns von dieser Situation zu trennen, müssen wir uns vom neoliberalen Glauben verabschieden. Die Meinung, die Wirtschaft würde immer weiter wachsen müssen, führt zu (Wirtschafts-)Krisen, die neben Angst und Rechtspopulismus in der Bevölkerung auch unsere hart aufgebaute Demokratie gefährden.

Wir müssen hin zu Kooperation und weg von Konkurrenz. Um das zu erreichen gilt es, den Wachstumszwang durch eine konsequente Politik der Umverteilung zu ersetzen, der die von Armut betroffenen Regionen geregelten Wachstum ermöglicht, während des Westens nicht signifikant wächst, den CO2-Ausstoß aber massiv verringert. Damit würden Reich und Arm, gemessen an Wachstum und CO2-Emissionen auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Dieses Szenario würde erträgliche Lebensbedingungen für den Großteil der Weltbevölkerung ermöglichen. Diese theoretischen Ansätze in praktische Lösungen umzuwandeln, war eine der Denkaufgaben der Grünen Sommerakademie 2012.

 Von Maximillian Lehmann, Rainer Feichtinger und Niklas von Mentzer-Marcev

Share |






Termine