Statement zum Grünen Frauenbericht 2012

 Unser derzeitiges Bildungssystem fördert Geschlechterstereotypen!

Geschlechterklischees und Rollenstereotypen können die Entwicklung und die Handlungsmöglichkeiten von Kindern schon im jungen Alter einschränken.

Die moderne Kindergartenpädagogik sollte Kindern mehr Erfahrungswelten, als Puppenküchen für Mädchen und Autos für Buben, bieten. Von äußerster Wichtigkeit ist es daher , die Gestaltung einer Umwelt zu fördern in der Mädchen und Buben genug Platz finden für ihre kreative Entfaltung. Dazu der Grüne Frauenbericht 2012:“Das hilft auch beim Aufbrechen der Geschlechterstereotype, die überwiegend Männer in der Erwerbs- und Frauen in der Reproduktionsarbeit verortet sehen“

 

Regelmäßig kommen Studien zum dem Ergebnis, dass Mädchen in Österreich häufiger Probleme bei Mathematik und den Naturwissenschaften haben und Buben in Österreich häufiger beim Lesen zurück bleiben. Dass es auch anders geht , zeigt eine internationale Vergleichsstudie für VolksschülerInnen (TIMSS 2007). In anderen Ländern gibt es in Mathematik keine signifikanten geschlechterspezifischen Erfolgsunterschiede. Österreich hingegen ist mal wieder die schlechte Ausnahme hier zulande verstärkt das Bildungssystem diese Unterschiede . Schon bei TMSS 1995 zeigt sich das mit Mädchen mit fortschreitendem Schulbesuch in Naturwissenschaften zurückfallen.

Im OECD Schnitt gelten 25 Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 16 als besonders schwache LeserInnen. In Österreich steigt dieser Prozentsatz auf 30 Prozent bei Burschen und 20 Prozent der Mädchen.

In einigen Europäischen Ländern wie etwa die Tschechische Republik, Slowenien und die Slowakei gibt es diese geschlechterspezifischen Unterschiede nicht. In Litauen schneiden die Mädchen beim Rechnen sogar besser ab als die Burschen (Bifie: PISA 2009)

 

Es ist zu hoffen das eine Geschlechtersensible Bildungsstrategie Teil der nächstenSchulreform wird, um dieser Probelmatik entgegenzuwirken.

 

2. Wir fordern besser Bildungschancen für Migrantinnen!

 

Leider allzu oft müssen Migrantinnen im Erwerbsleben Erfahrung mit doppelter Diskriminierung machen. Sie werden im Arbeitsleben nicht nur wegen ihres Geschlechts sondern auch wegen ihrer Herkunft benachteiligt. Im Vergleich zu Österrecherinnen haben sie in der Regel eine deutlich schlechtere Qualtifikationsstruktur. Doch auch mit hohen Bildungsabschlüssen haben Migrantinnen große Schwierigkeiten adäquate Arbeitsplätze zu finden. Einer der stärksten Gründe dafür sind die Schwierigkeiten bei der formalen Anerkennung ihrer Abschlüsse (Nostrifizierung), welche den Einstieg und Aufstieg in den Österreichischen Arbeitsmarkt erschwert. Viele Migrantinnen arbeiten weit unter ihren Qualifikationen und arbeiten als Reinigungskräfte, Regalbetreuerinnen oder Verkäuferinnen. So kommt es zu einer Dequalifizierung. Dadurch wird ihnen der Wiedereinstieg in den ursprünglichen erlernten und ausgeübten Beruf erschwert .

Übrigens hat das Geschlecht einen größeren Einfluss auf die Einkommenshöhe als die Staatsbürgerschaft

 

 3Geld und Macht

Sind Frauen weniger Korrupt?

 

Mittlerweile gibt es eine reihe von Studien die sich mit dem Zusammenhang von Geschlecht und Korruption befasst. Die Ergebnisse überraschen kaum…

  • Frauen bieten seltener Bestechungsgelder an.
  • Die von Frauen angebotenen Bestechungsgelder sind niedriger.
  • Frauen entscheiden sich seltener für eine Bestechung als Männer

 

Einer Studie der Weltbank aus dem Jahr 1999 zufolge gibt es einen eindeutig positiven Zusammenhang zwischen einem hohen Frauenanteil im Parlament und sinkender Korruption.

In den sechs Ländern mit der geringsten Korruption (Neuseeland, Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande) liegt der Frauenanteil unter den Abgeordneten im Parlament bei über einem Drittel (zwischen 33.6 und 45%) in den zwölf Ländern mit der höchsten Korruption geht nicht einmal ein Viertel der Abgeordnetensitze an Frauen ( Frauenanteil zwischen 8.7 und 24%) Österreich liegt im Korruptionsindex übrigens am 13. Platz mit einer Note von 7.8 ( Quelle:Transparency International) und im Index welcher den Frauenanteil im Parlament veranschaulicht steht Österreich auf Platz 12. mit einem Anteil von 27,90 Prozent.

Dies ist absolut verbesserungswürdig, finden wir.

 

4. Frauengesundheit und Schwangerschaft

4.1 Ist Verhütung leistbar?

 

Der Schlüssel zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten liegt beim richtigen Einsatz von Verhütungsmitteln.

Wir Jugendliche wollen selbst über unser Körper entscheiden, doch sind Verhütungsmittel oft nicht leistbar für uns Jugendliche. Dafür wäre eine offenere und verstärkte Sexualerziehung in den Schulen, mehr Sexualberatungsstellen für Jugendlichen und vor allem Gratis-Verhütungsmittel notwendig. In 19 der 27 EU-Mitgliedsstaaten werden die Kosten für Verhütungsmittel im Rahmen der Gesundheitsversorgung entweder zur Gänze oder Teilweise von der Krankenversicherung übernommen. Leider nicht in Österreich.

Wir finden es herrscht extremer Aufholbedarf was Sexualpolitik in Österreich angeht, sei es Sexualkunde als eigenes Unterrichtsfach, Gratis Verhütungsmittel oder Schutzzonen vor Abtreibungskliniken.

 

Maximilian Lehmann ist Aktivist der Jungen Grünen NÖ

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