Führerschein in Schule: „Kein Konzept hinter SJ-Forderung“

Die Forderung der sozialistischen Jugend, kostenlose Führerschein  Theorie-Kurse in der Schule anzubieten, mag auf den ersten Blick  vielleicht gut klingen, würde aber viele negative Folgen mit sich  bringen.

Der PKW-Verkehr hat immer noch den höchsten Anteil am österreichischen Gesamtverkehrsaufkommen. Durch eine Förderung der Theorie-Stunden würde der Anteil des motorisierten Individualverkehrs unter den  Jugendlichen noch weiter ansteigen.

 Langfristig gesehen würden  die Jugendlichen dann eher auf das Auto umsteigen, statt umweltfreundliche Öffis zu nutzen. „Im Hinblick auf die zunehmende  Klimawandel-Problematik, ist diese Forderung abzulehnen“, so Niklas von Mentzer-Marcev von den Jungen Grünen NÖ.  „Wird der Führerschein billiger, fahren mehr Menschen mit dem Auto. Fahren mehr Menschen mit  dem Auto, steigt die Luftverschmutzung und Lärmbelästigung, was zu einer starken Abnahme der Lebensqualität führt.“

  Gerade in den Schulen ist es wichtig, ein  „Öffi-Bewusstsein“ zu schaffen. „Besseres Angebot, gratis Öffis – das  ist die Zukunft des Verkehrs“, meint Niklas von Mentzer-Marcev. Die Forderung der SJ ignoriert die Tatsache, dass der Großteil der Kosten nicht durch den Führerschein, sondern durch Anschaffungs-, Instandhaltungs- und Betriebskosten des Autos verursacht wird. Durch Förderung des Führerscheins treibt man somit Jugendliche in die Abhängigkeit von diesem unökonomischen Verkehrsmittel. Um sozial-schwächere Menschen eine Alternative zum teuren Auto zu bieten, müssen wir den öffentlichen Verkehr ausbauen.

 Die Jungen Grünen können sich als Alternative ein Verkehrs-Coaching in den Schulen vorstellen, das die wichtigsten Grundlagen für eine sichere Teilnahme an der Verkehrswelt bietet. Dort sollen nicht nur der Umgang mit Fahrrad, Straßenbahn und Co. erlernt werden,  sondern auch die wichtigsten Verkehrsregeln für den Individualverkehr. Im Vordergrund sollten das Bewusstsein für den öffentlichen Verkehr stehen.

 Nicht zu vergessen ist der finanzielle Aufwand an den  Schulen. Das österreichische Schulsystem weist in vielen anderen Teilen große Lücken auf. „Wenn schon Geld für die Schulen investiert wird, dann  brauchen wir es woanders, z.B in der Infrastruktur oder in der LehrerInnnenausbildung um die Qualität des Unterrichts zu steigern. Wir fordern im Gegenzug den ständigen Ausbau und  gratis Öffis für alle Jugendlichen“, meint Niklas von Mentzer-Marcev  abschließend.

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